Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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gegenüber befand ſich auf einem Büſchel ein älterer Herr, mehr klein, als groß, und ſehr hager, aber mit einem Angeſicht, welches man, einmal geſehen, nie mehr vergißt, ſo ſcharf waren deſſen Züge gezeichnet, Die Stirne war hoch und ſo ſtark hervortretend, daß ſie ſogleich in die Augen fiel und auch für einen Nichtphrenologen einen gedankenſchweren Ausdruck hatte. Wenn man ſie betrachtete, las man auf deren hohem Gewölbe eine Seele von Geiſt und Tiefſinn, eine umfaſſende Intelligenz und eine niemals ruhende Wißbegier. Es war eine Stirne, auf welche ein Pbiloſoph Griechenlands hätte ſtolz ſein können. Die Naſe war gekrümmt, das Auge ſcharf und lebhaft.

Dies war Klara's Gatte, der Kammerrath Schel⸗ ler. Im Vordertheile ſaßen Hildur und Selma. Der Kammerrath unterhielt ſich mit den beiden jun⸗ gen Mädchen.

„Wie iſt Dir, Klara?“ ſagte Emy freundlich und beugte ſich zu ihr nieder.

„Das ſtarke Sonnenlicht thut mir in meinen müden, kranken Augen weh, und mein Herz klopft von Unruhe über den Ausgang unſerer Fahrt.“

„Haben Sie die Güte, Mamſell Kreuzer, nach Aengſö zu ſteuern, damit ich dort an's Land ſteigen kann, denn bei der von den Herrſchaften beabſichtig⸗ ten Ueberraſchung bin ich eine völlig überflüſſige Perſon, und wenn ich aufrichtig ſein ſoll, ſo wünſche ich einer Betheiligung dabei überhoben zu werden,“ ſagte der Kammerrath. „Du glaubſt alſo wohl, daß wir Nichts ausrich⸗