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gebeten. Glaube mir, er iſt es, welcher unglücklich geweſen. Vergiß, Mama, was geſprochen worden iſt, und bedenke, daß Deine Helene viel gegen den Mann gut zu machen hat, mit welchem ſie ſich ohne Liebe ehelich verband. Komm', komm' zu deiner Helene!“
„Nun begann für Helene eine Zeit neuer Mar⸗ ter. Der Kapitän war allerdings ruhiger und He⸗ lene zärtlicher gegen ihn, aber die Aſſeſſorin, welche nun bei ihrer Tochter täglich Beſuche machte, kam unaufhörlich, bald mit Zorn, bald mit Thränen, Verzweiflung und Schmerz auf die Forderung zurück, Helene ſollte ſich von ihrem Mann ſcheiden.
„Helene, ſonſt ſo ſchwach und nachgiebig, war unerbittlich, wenn es ſich um dieſen Punkt handelte.
„Der Notar begann nun heimlich, während des Verlaufs von nahezu einem Jahr, mit Frau Tren⸗ ner den Plan zu entwerfen, wie man Helene be⸗ ſtimmen könnte, ihrem Gatten davon zu laufen, und wie man, wenn ſie nicht darauf einginge, Ge⸗ walt brauchen und ſie zwingen müßte, ihn zu ver⸗ laſſen, weil ſie zuletzt irrſinnig würde, wenn ſie fort⸗ während der ſchlechten und grauſamen Behandlung des Kapitäns unterworfen wäre. Täglich tiſchte er die gräßlichſten und unwahrſten Geſchichten von dem, was Helene durch den Kapitän auszuſtehen hätte, der verzweifelnden Mutter auf und ſteigerte dadurch den Haß und Zorn der Aſſeſſorin zu einer furchtbaren Höhe. Auf der andern Seite warnte er den Kapitän vor dem Plane zur Flucht, welche Frau Trenner angeblich im Einverſtändniß mit ihrer Toch⸗ ter entwarf. Genug, das Mißtrauen


