Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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„Bei einer Frau, welche ihren Mann nicht liebt, iſt jede Anklage glaubhaft; ich habe Deine Treue bezweifelt. Ach, da Dein Herz nicht mein gehörte, ſo hatte ich Nichts, worauf ich meine Ueberzeugung gründen konnte.— Ach, Madame,“ rief der Kapi⸗ tän zornig zu ſeiner Schwiegermutter,„Sie hätten Ihre Tochter lehren ſollen, daß die Liebe allein es iſt, welche das Glück der Ehe begründet.“

„Helene ging auf ihre Mutter zu und ſagte bittend:

„Unausſprechlich geliebte Mutter, verlaß uns jezt. Ach, ich weiß, daß Du leideſt, grauſam durch mich leideſt; aber Alles wird wieder gut werden.“

„Helene führte die Hände ihrer Mutter ſchluch⸗ zend an ihre Lippen und wiederholte:

„Alles, Alles wird gut werden.“

„Und Du gedenkſt wirklich bei dieſem Manne zu bleiben?“ rief die Aſſeſſorin, indem ſie ihre Arme um die Tochter ſchlang und ſie heftig an ihr Herz drückte. Gott allein weiß, was die verzweifelnde Mutter dachte.

„Nur der Tod ſcheidet zwei Gatten.“

„Frau Trenner entfernte ſich mit Haß im Herzen gegen Ihren Schwiegerſohn. Sie war nicht ſo klar von Verſtand, um einzuſehen, daß der Kapitän wo möglich noch unglücklicher als Helene war, und daß ſie ſelbſt dieſe jammervolle Ehe geſchaffen hatte.

Was zwiſchen Helene und ihrem Mann vorfiel, weiß ich nicht; aber am folgenden Tag ſchrieb He⸗ lene an ihre Mutter:

„Geliebte Mama!— Alles iſt erklärt, Alles iſt nun gut. Mein Mann hat mich um Verzeihung