Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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den geraubt hatte und mit drohendem Finger auf die Bahn hinwies, welche vor ihr ſich ausdehnte⸗

Nach dieſer Erläuterung kehren wir zu dem unterbrochenen Geſpräche zurück.

Du willſt mir alſo Deinen Buſen nicht auf⸗ thun?

Helene richtete ſich heftig auf und warf mit einer Bewegung tiefen Schmerzes den Kopf zurück.

Nein, Helene, Du haſt mich um des Anden⸗ kens willen, das Du für eine unerlaubte Liebe hegſt, vergeſſen.

Nun denn, ſo laß mich dieſes Andenken behal⸗ ten; laß mich meinen Schmerz vor dieſem Bilde ausweinen! rief Helene und ſtürzte ſich vor dem Gemälde auf die Kniee, drückte ihre glühend heiße Stirne an die Leinwand und brach in einen Thrãä⸗ nenſtrom aus.

In dem ſtürmiſchen Herzen der Aſſeſſorin tobte es wild. Dieſe Tochter, für welche ſie ohne Zögern ihr Blut tropfenweiſe hätte verrinnen laſſen können; dieſe Tochter, welche ſie mit fanatiſcher Zärtlichkeit liebte, ſchleppte ſich nicht auf den Knieen zu ihr hin, n um die liebloſen Worte ihr abzubitten, ſondern flüch⸗ n tete ſich zu einem Gemälde, welches die Züge des⸗

jenigen wiedergab, der ihr einen ſo großen Theil von Helenens Zärtlichkeit geraubt hatte. Die Aſſeſ⸗ n ſorin wurde von einem lebaften Haß und einem r

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heftigen Schmerz ergriffen, welcher ſie für jedes Mit⸗ t leid unempfänglich machte. Ohne ein Wort zu ſa⸗ d gen, eilte ſie auf die Staffelei zu, riß das Gemälde ab und ſchleuderte es auf den Fußboden. Deine Pflicht wie Dein Verſprechen, rief ſie, f Schwartz, Blätter a. d. Frauenleben. T. 3

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