jenem innigen und tiefen Gefühl, welches Emy's Liebe auszeichnete, ſondern mit einer bis zur Ueber⸗ ſpannung geſteigerten Zärtlichkeit, welche mitten in ihrem Uebermaß zu viel Furcht in ſich barg, als daß ſie zu einer Schuzwehr im Augenblick der Anfech⸗ tung werden konnte. Sie konnte nicht leben, ohne ihre Mutter zu ſehen; ſie hätte für ſie Blut und Leben zu opfern vermocht; aber ſie ſchenkte ihr doch niemals ihr Vertrauen.
Schon als Kind fühlte Helene, wenn auch nur dunkel, daß ſie von ihrer Mutter nicht recht verſtan⸗ den wurde, daß ihre beiderſeitigen Gedanken völlig auseinander gingen, und daß das Uebermaß ihrer Gefühle in ganz verſchiedenen Quellen ſeinen Ur⸗ ſprung hatte. Der Mutter blindlings ergeben, hatte Helene während ihrer ganzen Kindheit nur einen Wunſch, einen Willen, und dieß war der Wille ihrer Mutter. Sie konnte deren Mißfallen nicht ertragen, ſie konnte nicht eine Stunde getrennt von ihr leben. Sie blieb darum eine Sklavin unter der oft despoti⸗ ſchen Zärtlichkeit ihrer Mutter.
So hatte Helene ihr ſiebzehntes Jahr erreicht, als eine unglückliche Liebe mit ihren Entzückungen dieſe Gefühle zerſplitterte und ihr Herz von den Banden der Abgötterei losriß, womit ſie bisher ausſchließlich ihre Mutter anbetete. Ueberdieß ge⸗ brach es Helene in Folge ihrer Erziehung an dem Vermögen, in ihrem Innern einen feſten Grund für die Zukunft zu legen, und es ſollte ihr dieß nicht eher glücken, als bis das Leid mit ſeiner eiſernen Hand
Verwüſtung in ihrer Seele angerichtet, ihren Fri
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