Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

das Gemälde und die Mutter und rief mit ver⸗ zweiflungsvollem Schmerz:

Reiß' mir lieber das Herz aus der Bruſt, wenn Du das Einzige, was mir noch theuer im Leben iſt, zerſtören willſt.

Das Einzige, was Dir noch theuer iſt? Wem ſagſt Du dieſe bitteren Worte, Helene? Können ſie Deiner Mutter gelten?

Die Augen der Aſſeſſorin weilten mit einem vor⸗ wurfsvollen und ſtrengen Ausdruck auf dem Mädchen.

Mutter, Mutter, ſchau' mich nicht ſo an; ſprich nicht ſo zu mir, ſondern nimm mich an Deinen Bu⸗ ſen und laß' mich Deines Herzens Schlag fühlen; dann wird es auch wieder ruhig in mir werden. Bei Deiner liebevollen Stimme wird der Sturm in meinem Innern verſtummen.

Helene ſchlang ihre Arme um die Mutter, aber Frau Trenner ſtieß ſie von ſich.

Das Gemälde dort, ſprach ſie,iſt das Ein⸗ zige, was Du noch liebſt. Das haſt Du ſelbſt geſagt.

Mama, ſtoß' mich nicht von Dir; Deine Liebe kann meinen Schmerz lindern und meine Verzweif⸗ in Schlaf wiegen. Sie iſt meine einzige Zu⸗

ucht. Nein, das Gemälde iſt das Einzige, was Dir theuer iſt.

Immer ſtrenger und ſtrenger wurde das Ange ſicht der Aſſeſſorin.

Arme Frau, wie wenig verſtandeſt Du Dein eigenes Kind! Ein Wort nachſichtsvoller Liebe hätte es zu Wachs in Deiner Hand gemacht, und S

3