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„Was befiehlſt Du, Mama 2 fragte ſie mit einer Miſchung von Schüchternheit und Zärtlichkeit.
„Ich wünſche mit Dir zu ſprechen, mein Kind,“ ſagte die Aſſeſſorin Trenner, ging auf ein Sopha zu, ließ ſich daſelbſt nieder und gab ihrer Tochter ein Zeichen, gleichfalls Plaz zu nehmen.
„Du hatteſt mir verſprochen, Helene, dieſes Ge⸗ mälde zu zerſtören; wie kommt es denn, daß es noch hier ſteht?“ fragte Frau Trenner und deutete auf das Bild. Stimme und Blick verkündeten Strenge.
„Mama, ich kann nicht,“ antwortete Helene hef⸗ tig und fuhr mit beiden Händen nach ihrem Herzen.
„Du mußt; es iſt Deine Pflicht gegen denjeni⸗ gen, deſſen Braut Du dieſen Abend werden ſollſt; oder wird meine Helene ſchwanken, wenn es ſich um die Wahl zwiſchen den Eingebungen der Schwäche und dem Gebot der Pflicht handelt?“
„Ja, ich ſchwanke, Mama; ich werde niemals dieſe ungereimte Pflicht begreifen lernen, welche von mir fordert, die Gefühle meines Herzens mit Füßen
zu treten. Nein! ich beſize nicht jenen fabelhaften
Muth, welcher von mir heiſcht, das einzige Anden⸗ ken zu vernichten, das mir von meiner Liebe ge⸗ blieben.“
Helene ſprach mit leidenſchaftlicher Heftigkeit. Thränen des Schmerzes erglänzten in ihren Augen, und ſie zitterte an allen Gliedern.
„Dann werde ich es wohl ſein, welche dieſes An⸗ denken vernichtet.“
Frau Trenner erhob ſich und trat auf die Staf⸗ —— lei zu; aber Helene ſprang auf, warf ſich zwiſchen
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