Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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u Angſt ihrer Mutter Hand, während ſie ſtam⸗ melte:

D, Mama, Mama, Du wirſt nicht ſterben, Du wirſt leben; Gott wird Erbarmen mit mir haben.

Ja, Gott wird Erbarmen mit Dir haben, Lieb⸗ ling meines Herzens. Komm' und ſeze Dich her zu mir und weine nicht mehr. Deine Thränen fallen wie Feuer auf mein Herz und brennen mich. Du wirſt mir nicht meine lezten Augenblicke verbittern.

Nein, nein! ſtammelte Emy und machte eine gewaltſame Anſtrengung, um ihr Schluchzen zu er⸗ ſticken und ihre Thränen zurückzuhalten.

Sie richtete ſich aus ihrer knieenden Stellung auf und ſezte ſich an die Seite des Bettes, indem ſie die Hände ihrer Mutter mit den ihrigen umſchloß. Ich fühle, daß meine Stunden gezählt ſind, daß ich Dich bald allein in der Welt laſſen muß.

Emy's Körper wurde bei dieſen Worten von einem heftigen Beben ergriffen, und ein Schmerzens⸗ laut, der mehr einem Geſtöhne als einem Seufzer glich, arbeitete ſich aus ihrer Bruſt hervor.

Nicht dieſe Heftigkeit, mein Kind! Du mußt mich mit Ruhe anhören, denn ich wünſche meine Worte Deinem Herzen unauslöſchlich einzuprägen.

O meine Mutter, meine geliebte Mutter, ſchluchzte Emy, welche ihre Thränen nicht mehr zu⸗ rückzuhalten, ihren Schmerz nicht mehr zu bezwingen vermochte,Du mußt mich mit Dir nehmen, ich kann nicht leben, wenn Du dahin biſt.

Du kunnſt nicht, ſagſt Du; ach! Du wirſt es können, wenn Du mich jemals geliebt haſt Ebbas Stimme war mild und ſchwachaber Du mußt