Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Gattin, ihr Glück. Sie ſaß zwiſchen den zwei We⸗ ſen, die ſie allein liebte; ſie las Liebe und Freude in deren Blicken und empfand innige Dankbarkeit gegen den höchſten Geber für ihr und jener Glück. Sicher brütete aber ſchon ein neidiſcher Dämon Schlimmes aus und umſpann ſie mit ſeinen Unglücks⸗ fäden; er fand ohne Zweifel ihr Glück i unſere Erde, wo der Kummer ein treuer zundesgenoſſe des Lebens iſt. Vor ihrer Thüre lauerte ein finſterer höhniſcher Geiſt, welcher bei ſeinem Eintritt das Lächeln von ihren Lippen verſcheuchen pollte. Ach, wie unausſprechlich glücklich bin ich nicht, begann Ebba, da ich Dich, mein Guſtav, volle ſechs konate daheim behalten darf. Es iſt mir, als dürfe ich an dieſe meine Glückſeligkeit gar nicht glauben! Sie reichte ihrem Gatten mit einem leidenſchaft⸗ lich ergebenen Blick die Hand. Siehſt Du, geliebte Mama, alle Deine ſorgli⸗ chen Ahnungen haben ſich in Freude verwandelt. Du weißt gar nicht, Papa, wie meine arme Mutter ſehnſüchtig auf die See hinausſchaut, wenn Du fort iſt, wie ſie mit tödtlicher Verzweiflung den Stür⸗ men lauſcht, ſagte Emy mit einem gleichzeitig ern⸗ ſten und ſcherzhaften Ausdruck in Blick und Stimme. Eben darum, weil ich weiß, daß meiner Ebba Herz vor Unruhe bebt, eben darum habe ich meine Reiſe beſchleunigt, ſo daß ich zwei Monat früher an⸗ langte, als Ihr mich erwartet habt, antwortete der Kapitän und betrachtete ſeine Gattin mit zärtlichem lick.Ihr wißt nicht, wie auch mir d der See vor Sehnſucht das Herz klopft.