. muth betrachtete ſie das Gemälde, welches vor ihr ausgebreitet lag, und folgte dann mit träreriſchem Blicke einem Segel, das an der Blockhaus⸗Land⸗ ſpitze erſchien und ſich unmerklich der Stadt näherte.
An den wechſelnden Regungen von Hoffnung und
Beſorgniß auf ihrem Angeſichte erkannte man, daß
ſie mit ihres Herzens wärmſten Wünſchen an dieſem
Segel hing; aber als ob ſie aus einem Traume er⸗ wacht wäre, fuhr ſie ſich mit der Hand über die Stirne, ſeufzte und wandte den Blick weg nach einer andern Richtung. Auf einem Schemel zu ihren Füßen ſaß ein Mäd⸗
chen von ſechszehn Jahren. Sie hatte mit den Hän⸗ den eine Hand der Mutter umſchloſſen, und ihre
Augen waren mit einem beſorgten, und liebevollen Blick auf deren Antlitz geheftet. Es lag in ihrer Haltung, in dem Ausdruck ihrer Züge etwas beinahe Bittendes, aber dennoch blieb ſie ſtumm, als fürchte ſie, ſelbſt mit ihrem Athemzuge die Mutter in ihren Träumen zu ſtören.
Und nun, mein lieber Leſer, mußt Du mir ge⸗ ſtatten, das Ausſehen des jungen Mädchens etwas näher zu beſchreiben. Sie iſt dazu beſtimmt, eine Hauptrolle in dieſer kleinen Erzählung zu ſpielen, und was noch mehr iſt, ihr Aeußeres wie ihr Cha⸗ rakter ſind nicht eine Frucht der Einbildung, ſondern nur eine ſehr unvollſtändige Kopie eines lebenden Ori⸗
inals
Jeder Zug ihrer Gemüthsart iſt wahrhaft nach⸗
gezeichnet, dennoch wird vermuthlich die Schilderung davon ſehr unvollkommen bleiben, wie jeder Verſuch; j itur nachzuahmen. Jedes Portrait, und ſei


