Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

235

Energie wie früher; aber es war eine Willenskraft von einer ſolchen Beſchaffenheit, daß ſie die unruhi⸗ gen Elemente der Seele zur Ruhe und Ordnung zu bringen vermochte.

Man ſah, daß der fünfzigjährige Mann end⸗ lich mit ſich ſelber Frieden geſchloſſen.

Kraft, Ernſt und inneres Glück waren auf ſeiner Stirne, in ſeinem Blick und in den Zügen um ſei⸗ nen Mund zu leſen.

Während er, ſprachen die beiden Eheleute über ihre Angelegenheiten.

Jerome(wie wir ihn fortwährend nennen) hatte eben Sophie die unangenehme Neuigkeit mitgetheilt, daß er einen größeren pecuniären Verluſt erlitten.

Sie empfing die Nachricht davon mit vollſtän⸗ diger Ruhe und ſuchte mit ihrem Zureden die Wolke von des Gatten Stirne zu verſcheuchen. Es gelang durch verſchiedene kluge Vorſchläge, vermittelſt eini⸗ ger Eincaſſirungen den Verluſt zu erſezen, die Schat⸗ ten, welche noch dort verweilten, vollſtändig wegzu⸗ blaſen.

Als Jerome mit ſeiner Mahlzeit fertig war, und ſich mit Sophie in die kleine Giebelkammer begeben hatte, legte er ſeinen Arm um ſie und ſagte:

Jezt, wie immer haſt Du mir die Bitterkeit des Mißgeſchicks dadurch benommen, daß Du mir friſchen Muth es zu bekämpfen einflößteſt. Ich werde eben meine Kräfte verdoppeln, um den kleinen Ver⸗ luſt zu erſezen, wohl wiſſend, daß Gott demjenigen hilft, welcher ſich ſelber hilft.

Amen! ſagte Sophie und legte ihren Arm um den Hals ihres Mannes und fügte dann hinzu: