234
und das Sauſen von den Bäumen, welche ihre laub⸗ bedeckten Gipfel ſchüttelten.
Es war ſchon über Mitternacht, da hörte man plözlich in der Entfernung ein dumpfes Geräuſch. Es kam immer näher. Endlich konnte Sophie unter⸗ ſcheiden, daß es ein Fuhrwerk ſei, welches durch den Wald dahinrollte.
— Jezt muß er es ſein,— und ging mit leich⸗ ten und hurtigen Schritten hinaus in den Eingang.
Diesmal täuſchte ſie ſich nicht in ihrer Erwar⸗ tung, denn hinein in den hübſchen, geräumigen Hof fuhr ein kleiner einfacher Wagen, in welchem ein kräftiger, hochgewachſener Mann ſaß.
Bevor er aus dem Wagen herausgeſprungen war, ſtand Sophie an deſſen Seite und rief mit einer vor Freude zitternden Stimme:
— Willkommen wieder, mein Julius! Du haſt ziemlich lange gezögert.
— Ich konnte nicht eher fertig werden, meine Geliebte,— antwortete der Mann und ſchloß ſie mit jugendlicher Wärme an ſeine Bruſt.
Etwas ſpäter ſaßen die beiden Gatten in dem großen Eßzimmer. Der Mann war damit beſchäftigt mit gutem Appetit von den kalten Gerichten zu ſich zu nehmen, die angerichtet waren.
Es fällt uns nicht ſchwer in ſeinem von Jahren und. Mühen etwas gefurchten, aber noch energiſchen Geſichte Jerome Basſal, oder wie er ſich jezt nannte, Julius Moulins, wieder zu erkennen.
3 Das Wilde, Leidenſchaftliche und Unruhige, wel⸗ hes ehemals den Charakter ſeines Geſichts ausmachte, war jezt fort. Man ſah darin gewiß noch dieſelbe


