Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Wir wollen ihr Geſicht näher betrachten.

Gewiß haben wir einmal früher dieſe milden reinen Züge geſehen, aus welchen der Geiſt der Güte leuchtet.

Die Jahre ſchienen verſtrichen zu ſein ohne ver⸗ mocht zu haben, das Gepräge der Herzensgüte und Seelenfrömmigkeit zu verwiſchen, welche die ſieben⸗ zehnjährige Sophie auszeichneten, als wir ſie das letzte Mal verließen, um ſie als eine vierzigjährige Matrone wiederzufinden.

Dreißig Jahre ſind dahingezogen, und doch würde Jeder an ihrem lieblichen Geſicht ſofort Sophie Bas⸗ ſal wieder erkannt haben.

Die Sonne küßte die Gipfel der Bäume am Horizonte und dann fielen ihre Strahlen auf den Scheitel Sophiens.

Sie neigte denſelben wie damals, als ſie am erſten Abend ihr in dieſer Wohnung des Friedens Lebewohl boten, und wie damals faltete ſie die Hände zum Gebet.

Derjenige, welcher in dieſem Augenblick in die kleine Kammer einträte, hätte beſtimmt glauben können, daß die Zeit ſtille geſtanden und ſich ſelber am Genferſee vergeſſen hätte, um einige Decennien aus⸗ zuruhen, nachdem ſie Jahrhunderte ununterbrochen vorwärts geeilt.

Sophiens Gebet wurde indeſſen nicht unterbrochen, durch die Oeffnung der Kammerthür durch einen hochgewachſenen Mann, um der Beterin Lebewohl zu ſagen.

Sie konnte ungeſtört beten, bis ein heranrollen⸗