Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*

ganze Seele nur von Liebe zu Gott, zum Guten und Rechten erfüllt iſt, hat die Marquiſin meinem Schutz anvertraut. Wunderbares Spiel des Zu⸗ falls!

Jerome legte den Kopf in die Hand.

Welche Verbindung, dachte er weiter,kann da wohl zwiſchen Ceſarine und dieſem reizenden Kinde gefunden werden? Warum lag der Mar⸗ quiſin gerade dieſes Mädchen ſo ſehr am Herzen, daß ſie mich bat dasſelbe zu beſchützen. Die Marquiſin de Maillé, ſo ſtolz, kalt und ohne alle Güte, hatte doch ein Herz für dieſes wunderbare Kind. Wie dieſes dunkele Räthſel erklären?

Jerome ſtand haſtig auf und fing an die Stube auf und ab zu gehen; dann fuhr er in Gedanken fort:

Wäre Ceſarine nicht ſo ſtreng, ſo tadellos, ſo flecken⸗ frei in ihren Sitten geweſen, ſollte man faſt verleitet werden zu glauben....; aber dies wäre etwas Ungereimtes vorausſetzen. Sophie hat wahrſchein⸗ lich Jemandem das Leben zu danken, welcher glück⸗ lich genug geweſen Ceſarinens Achtung und Zu⸗ ii zu genießen und ihr Sophie anvertraut hatte.

Jerome verirrte ſich in das Labyrinth der Ver⸗ muthungen, als er aber einſah, daß es auf dieſem Wege unmöglich ſei, der Wahrheit auf die Spur zu kommen, ſo nahmen ſeine Gedanken eine andere Richtung.

Wie ſonderbar, dachte Jerome,daß gerade Ceſarine, welche meine ganze Jugend verbitterte und alle meine böſen Leidenſchaften gereizt hat, dieſe