Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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„Wie, gefangen?“ Sophie richtete einen ver⸗ wunderten Blick auf die Gouvernante.

„Wartet ein wenig, dann werdet Ihr erfahren, wie das zuging.„Als die Gensdarmen kamen, um Euch und die arme Madame Morier zu verhaften, nahm ich meine Zuflucht auf den Boden, wo ich mich verſteckte. Ich dachte ſo: wenn die Banditen dich zu Geſicht bekommen, wirſt Du ins Gefängniß ge⸗ worfen, und wer ſoll dann Sophie retten?— Genug, ich verhielt mich ruhig auf dem Boden, bis es voll⸗ kommen ſtille im Hauſe wurde, da ſchlich ich mich die Treppe hinunter und begab mich zum Bürger Basſal, um....

„Aber Julie, wie kannteſt Du ihn,“ fiel Sophie ihr in die Rede.

„Ich kannte ihn nicht ganz und gar,“ antwortete Julie;„aber Madame Morier hatte mir einige Tage, bevor ſie verhaftet wurde, geſagt:„„wenn mich irgend ein Unglück treffen und Sophie irgend eine Gefahr drohen ſollte, ſo wendet Euch eiligſt an Jerome Basſal und Elias Levitain. Die werden ſie retten.““

„Jetzt wißt Ihr, mein liebes Kind, daß ich nie recht die Juden habe leiden können, und obgleich ich Euret⸗ wegen gezwungen wurde, eines Juden Brod zu eſſen und unter ſeinem Dache zu wohnen, ſo habe ich doch immer gelitten durch die Berührung mit Nichtchriſten. Yuch konnte es mir nicht einfallen mich an Elias Levitain zu wenden, da Madame Morier mir Je⸗ rhme Basſal genannt hatte. Ich eilte in die Woh⸗ nung des Letzteren. Er war nicht zu Hauſe.— Ich ichm Poſto im Thorweg, um auf ihn zu warten. Erſt um Mitternacht kehrte er in ſeine Wohnung