Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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hinter Sophie. Sie wandte ſich haſtig um, und ſiche— da ſtand die entflohene Madame Matthieu, ihr die offenen Arme entgegenſtreckend.

„Ach, mein Gott, biſt Du es,— Du meine liebe vermißte Julie!“ rief Sophie und warf ſich in ihre Arme.

„Ja, gerade ich ſelbſt, von der Ihr, undankbares Kind, glaubtet, daß ich Euch verlaſſen hätte“— ſtammelte Julie Matthieu unter Thränen.„Wie tonntet Ihr ſo von derjenigen denken, welche Euch gewartet hat ſeit dem Eintritt in das Leben.“

Madame Matthieu überhäufte Sophie mit ihren Schmeicheleien und ihrer Freude, wieder ihr„liebes Kind“ zu beſitzen.

„Aber, Julie, wo biſt Du geweſen,“ fragte Sophie als der erſte Gefühlsſturm ſich gelegt hatte,„und wie haſt Du mich hier finden können?“— Als ich aus dem Gefängniſſe herauskam, war meine erſte Frage nach Dir; man ſagte, daß Du von unſerer Wohnung weggeſchlichen ſeieſt, aus Furcht unſer Schickſal theilen zu müſſen.

„Ja ſo, das ſagte man?“ rief Julie in einem zornigen Ton.„Dem hättet Ihr keinen Glauben ſchenken dürfen, ſondern einſehen ſollen, daß ich Euch unmöglich verlaſſen konnte, wenn ich auch wollte. Mein Herz war ja an das Eurige feſtgewachſen.“

„Nun, aber theile mir doch mit, wo Du warſt.“

Sophie ſetzte ſich ans Fenſter und zog Julie auf einen Stuhl gerade vor ſich herab, indem ſie ihrer treuen Wärterin zulächelte.

„Ich habe bei dem Bürger Basſal gefangen geſeſſen.