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Er trat auf die Beterin zu, welche noch unbe⸗ weglich, mit zum Gebete gefalteten Händen und ge⸗ beugtem Kopfe daſaß.
„Ich komme Euch Lebewohl zu ſageu,“ ſagte er mik klarer und ernſter Stimme.
Die Angeredete wandte raſch ihr Geſicht gegen ihn.
Ueber die Wangen flog ein ſchwarzer Purpur⸗ ſchimmer. Sie ſah ihn an mit einem Blick ſo rein und ſo mild, daß man ſagen konnte, ein Engel guckte aus dem Spiegel hervor.
„Verlaſſet Ihr mich ſchon?— Es ſind ja nur einige Stunden, daß wir hier angekommen ſind.“
Sie reichte ihm die Hand.
Er ergriff ſie und blickte ſie an, als wenn er wünſchte ſeiner Seele dieſes liebliche und einnehmende Geſicht recht lebendig einzuprägen, in welchem ſo viel Frommheit und Güte zu leſen waren.
„Sophie, Sie ſagen ſchon,“ wiederholte er.— „Warum gebrauchen Sie dieſes Wort?“
„Weil es mir vorkommt, als wenn Sie viel Eile haben, mich zu verlaſſen.“
„Es war ja die Uebereinkunft, daß ich Ihnen nur bis hierher folgen ſollte.“
„Das iſt wahr, aber ich wünſchte, daß Sie hier blieben.“
„Und der Grund?“
„Ich wünſchte zu lernen Sie zu lieben. Gott hat mir Sie zum Gatten gegeben, und er hat es mir auch zur heiligen Pflicht gemacht, mein Herz an Sie zu binden.“
Jerome Basſal— denn er war es— ließ angenblicklich ihre Hand los und ſagte kalt: Schwartz, Geburt und Bildung. 1. 14


