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Die kindlich reine Freundſchaft, welche Elias ſetzt für Sophie hegte, ſollte von dieſer gänzlich ver⸗ drängt und der milde Einfluß ihrer Worte vollkom⸗ men vernichtet werden.
Auf das ſtille und kurze Glück, welches Elias an ihrer Seite genoſſen, ſollte das ſtrenge, unbeſtech⸗ liche Pflichtgefühl ſein Marmorgeſicht emporheben. Alles Weiche und Zarte, welches an ihm war, ſollte vernichtet werden, um nie mehr zum Leben zu er⸗ wachen.
Daß Elias ein warmes und fühlendes Herz ge⸗ habt, das ſollte ihm, wenn er ſich nach allen dieſen Stürmen zum Manne entwickelt, wie ein Traum vorkommen, denn dann würde er Nichts verſtehen, als die Stimme der ſtrengen Rechtſchaffenheit und Pflicht, aber nie die zarteren Töne in der Seele der Menſchen.
Während der gegenwärtigen Periode war Elias noch nicht auf dieſem traurigen Punkt angelangt. Es kam oft vor, daß er, wenn er und Sophie Abends an dem offenen Fenſter im Geſpräch ſaßen, ſeine Stirne in die Hand legte und den milden, oft wun⸗ derbar wohlklingenden Worten des jungen Mädchens lauſchte, wie einer anziehenden Muſik.
Eines Abends, als ſie ſo da ſaßen und ſich unterhielten, rief er plötzlich und mit einem Seufzer:
„Warum, warum mußt Du eine Chriſtin ſein? Ach Sophie, wenn Du eine Jüdin wäreſt, dann würde ich Dich herzlich lieb haben können, jetzt...“ „Kannſt Du das nicht?“ fragte Sophie mit ihrem wehmüthigen Lächeln.
„Nein, es iſt, als wenn ſich zwiſchen mir und


