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ſchiedenheit unter ihnen; denn während Elias' Schwer⸗ muth einen düſtern, oft bittern und faſt harten Charakter hatte, trug der der Sophie nur ein weh⸗ müthiges, immer mildes und träumeriſches Gepräge an ſich.
Ihr Herz und ihr Gedankengang waren ſo be⸗ ſchaffen, wie man ſich vorſtellt, daß ein Heiliger in ſeiner Jugend ſein müſſe. Sie liebte die ganze Welt und hätte ohne zu klagen oder zu murren Alles erdulden können, um denen, welche unglücklich ſind, eine Freude zu erkaufen. Sie ſchwärmte ſr alles Gute und Schöne; aber es lag etwas Melancho⸗ liſches und auch etwas Ahnungsvolles in der Schwär⸗ merei, als wenn ſie nicht verſtände, was eigentlich Freude bedeute. Ihre kindliche Seele konnte ſich dieſes Erdenleben nicht anders denken als eine Prü⸗ fung. Erſt auf der andern Seite des Grabes hörte dieſe Prüfung auf und dann erſt würde die Seele eine wahre und unverkürzte Freude empfinden.
Man kann von Elias und Sophie ſagen, die Eine gur Heiligen und der Andere zu einem Fa⸗ natiker beſtimmt war, welcher mit dem Stvicismus des Märtyrers ſein Leben und Blut für ſeinen Glauben und ſeine Ueberzeugung opfern würde.
Wenn ihr Leben im Laufe von einigen Jah⸗ ren ſich in ſtillem Frieden entwickeln würde, dann möchte Sophiens Einwirkung auf Elias eine ganz wohlthuende werden. Ihr liebevoller und verſöh⸗ nender Geiſt würde dann unvermerkt Elias Abſchen vor den Chriſten gemildert und ihn verträglich ge macht haben; aber die Umſtände hatten es anders beſchloſſen.


