Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Dir Euer gekreuzigter Gott emporrichtete, und dann kommt es mir vor, als wenn auch Du vom Blut beſpritzt wirſt, und ich wende mich weg von Dir mit Schaudern.— Ihr Gojim, Ihr liebt das Blut; ich— ich verabſcheue es.“

„Elias,“ unterbrach ihn Sophie mit glühenden Wangen,„Du kennſt nicht unſern Gott und Erlöſer, weil Du ſo ſprichſt; denn wenn Du ihn kännteſt, dann müßteſt Du auch verſtehen, was das Wort Chriſten in ſich begreift.“ 3

Sophie legte ihre Hand auf ſeine Schulter und fügte mit von Bewegung zitternder Stimme hinzu

„Es ſchließt in ſich die höchſte Liebe, nicht allein zu Gott, ſondern auch zu allen unſern Mitmenſchen. Es iſt ein Hauch von Gottes Geiſt in unſerer Seclez das heißt, ihm näher zu ſtehen in Verträglichkeit, Verſöhnlichkeit und Barmherzigkeit, das heißt „Stille, Sophie,“ unterbrach ſie Elias mit vüſte er Heftigkeit und faßte ihre Hände.„Du haſſeſt während Du das ſagſt. Die Handlungen der Chri⸗ ſten ſind ein Hohn auf Deine Worte.“

Er ließ ihre Hände los, als wenn ihn plötzlich der Gedanke ergriffen, deß dieſe Berührung ihn ver⸗ unreinige. Er ſprang plötzlich auf und brummte:

„Warum gehe ich mit Dir um, Du biſt ja doch nichts, als ein Chriſtenmädchen!“ Flias nähette ſich der Thüre. Sophie ſprang auf, ſtellte ſich vor ihn hin und ſprach; „Daß ich, das Chriſtenmädchen, nichts deſto we niger die Worte der Liebe beſſer verſtehe; als Tu. das will ich Dir gleich beweiſen.— Ich denke nie daran, daß Du Jude biſt, und nie daran, daß 2