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Mirabeau reichte Jacob die Hand mit einem:
„Dank Dir, mein Freund!“ Er ſetzte ſich wie⸗ der in das Fauteuil und fuhr in einem leichten und ſcherzenden Ton fort:„Wenn es auch immer ein Glück iſt, Vertrauen zu ſeinem eigenen Urtheil zu haben, ſo iſt es doch bisweilen gefährlich ſich ſelbſt zu vertrauen; darum habe ich auch jetzt ganz den Glauben an meine eigene Kraft bei Seite geſchoben; denn wenn wir auch ſonſt keinen andern Beſieger haben, ſo haben wir doch den Tod. Darum habe ich jetzt meine Rechnungen mit dem Leben in Ord⸗ nung gebracht, ſo daß ſelbſt jener Beherrſcher nicht im Stande ſein wird meine Plane zu kreuzen. Ich hoffe auch, daß er aus Höflichkeit gegen meinen Vor⸗ bedacht mich nicht zu bald von der Tribüne entfer⸗ nen wird.“
Er fing nun an von anderen Dingen zu ſpre⸗ chen. Der geiſtreiche Mann tauſchte dabei ſeine Ge⸗ danken mit dem anſpruchsloſen und ungewöhnlich ge⸗ bildeten Juden aus.
Die Zukunft Frankreichs und die Freiheit und Selbſtſtändigkeit, welche es ſich erringen würde, malte Mirabeau mit eben ſo derben wie genialen Pinſel⸗ ſtrichen.
Levitain hörte zu mit gedankenvoller Miene und ſiel, als ſein Gaſt ſchwieg, traurig ein:
„Aber, gnädiger Graf, habt Ihr überlegt, wie viel Blut dieſe Freiheit koſten wird?“
„Wenn man ein großes Ziel vor Augen hat, muß man ſtets den Blick darauf gerichtet halten, ohne ihn auf etwas Anderes zu richten. Wenn es ſich um das Wohl der Nationen handelt, verſchwinden die Individuen.“


