Wie ſchwach und ſchwankend Ludwig der Sechs⸗ zehnte auch war, ſo wagte er es doch dieſen Beſchluß, der ihn in eine purpurne Null verwandelte, zu be⸗ ſtätigen. Er überſah, daß derſelbe dem franzöſiſchen Volke Freiheiten und Rechte zuſicherte, welcher es bisher entbehrt hatte.
Die Hofpartei, dieſes Unglück aller Länder und Monarchen, ſuchte auf den König einzuwirken, damit er nicht länger mit der Politik fortfahre, die er in der letzten Zeit befolgt hatte. Sie ging mit dem Plane um, Ludwig heimlich von Verſailles nach Metz zu bringen. Wenn man ihn dort in Sicherheit ge⸗ bracht, ſollte die royaliſtiſch geſinnte Armee die ab⸗ ſolut königliche Gewalt wieder herſtellen.
Ohne daß das Volk irgend eine Ahnung von dieſen Planen und Intriguen hatte, erwachte plötz⸗ lich bei demſelben der Wunſch, daß der König Ver⸗ ſailles verlaſſen und in Paris reſidiren möchte.
Der 5. October brach an. Bei der erſten Mor⸗ gendämmerung zeigten ſich mehrere größere Gruppen von verhungerten Weibern in den vornehmſten Straßen von Paris. Von Zeit zu Zeit erhoben dieſe unglück⸗ lichen Weſen den wilden Ruft
„Brod!“
Wenn dieſer Ruf an ſich ſchon gräßlich iſt, wie viel Entſetzen erregender mußte es ſein, als er, wie damals, von Geſchöpfen erhoben wurde, die der Hunger ausgemergelt und zu Grunde gerichtet hatte. Es war die zur Verzweiflung gebrachte Noth, welche ihr Feldgeſchrei mit dem Worte„Brod!“ er⸗ tönen ließ.
Dieſe Schaaren von Weibern, deren Herzen durch


