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Dieſe Arbeit wurde indeſſen Calla's letzte. Sie ſah ganz gut ein, daß ſie, um eine gute und glück⸗ liche Gattin zu werden, ſich ausſchließlich ihren Pflich⸗ ten widmen müßte, und dieſes war jetzt der einzige Ehrgeiz, der ihr liebevolles Herz erfüllte.
Niemals fiel es ihr ein, ihre Pflichten ſchwer, verächtlich oder erniedrigend zu finden, niemals be⸗ trachtete ſie ſich als Sklavin; im Gegentheil, je mehr ſie ihre Stellung im Leben überdachte, deſto klarer ſtand es vor ihr, daß gerade die Unfähigkeit, die Wichtigkeit dieſer Stellung richtig aufzufaſſen, bewirkt, daß das Weib ſich nach einem anderen Wir⸗ kungskreiſe ſehnt, als derjenige, welcher ihr von der Natur angewieſen iſt.
Milner zog zu Calla, und Göran übernahm das kleine Ed für eigene Rechnung. Er bewirthſchaftete das Gut mit Eifer und Fleiß, und ſchien jetzt auf ſeinen richtigen Platz gekommen zu ſein.
Abends, als jedes der neuverheiratheten Paare in ſeine künftige Heimath abgereist war, ſtanden der Capitain und Barbro ganz allein in dem großen Saal auf Björnbo.
Die letztere ſah nachdenkend aus.
— Was, zum T—, Barbro, blies jetzt für ein Wind bei Dir? Sie ſieht ja aus, als wenn Sie in Meeresnoth wäre,— ſagte der Capitain.
— Oh, ich dachte, Vetter Fabian, daß eine An⸗ zahl von uns armen Weibern nur wenig Dank hat


