Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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Nenne mir denn Jemanden, den ich geliebt und vergeſſen habe.

Ja Denjenigen, der Dich treu geliebt, Dich allein, ſchon von der Zeit an, wo er ein Knabe war; denjenigen der trotz Allem, was ſeinen Vorur⸗ theilen anſtößig war, und obgleich Du aufhörteſt ſein Ideal zu ſein, obgleich Du für ihn nicht mehr die Hoffnung auf Liebe und Glück warſt, Dich doch i Du liebteſt wirklich einmal dieſen Mann, und

Und er verſtieß mich, flüſterte Calla und neigte erröthend ihre Stirne.

Du vergaßeſt ihn über Deinem Ehrgeiz fuhr Harald, ohnè auf Callas Worte zu antworten, fort.

Ich wollte ihn vergeſſen; aber ich konnte nicht, ſagte ſie wehmüthig.

Calla geliebte Calla! brach Harald aus, und ſtürzte, indem er ihre Hände ergriff, auf die Kniee.

Harald! einmal ſagteſt Du und damals liebteſt Du mich wenn ich in ein geiſtreiches Weib verliebt, und dieſes eine Schrift⸗ ſtellerin wäre, dann würde ich daſſelbe bitten, ſeiner Liebe ſeinen Ehraeiz zu opfern; ich würde es bit⸗ ten, ſein Genie dazu anzuwenden, das liebenswür⸗ digſte Weib und die holdeſte Gattin zu werden. Damals, als Du das ſagteſt, hatte ich noch keinen Namen als Schriftſtellerin; aber ich hatte ein Herz und ich dachte: wenn ich es wäre, den Harald liebte, dann würde ich ihm dieſes Opfer bringen.

Seitdem ſind Jahre vergangen; man hat mir geſagt, daß ich Genie beſäße, und heute hat man