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— Erland?— rief Calla ihrerſeits verwundert.
Calla! ich glaube, daß das Dich ſchmerzt,— ſagte Harald traurig.
— Jein, im Gegentheil, es freut michl; aber—
— Aber Du glaubteſt, er könne nicht eine Andere lieben, nachdem er Dich mit einer ſo heftigen und ungeſtümen Leidenſchaft geliebt?
— Ja, ich geſtehe, daß ich es für eine ſo ſchwär⸗ meriſche Seele nicht für möglich hielt, daß ſie ver⸗ geſſen und dann eine Andere lieben könnte.
— Vor nicht langer Zeit dachte ich wie Du, Calla; aber ich habe jetzt aus Erfahrung gelernt, daß die Gefühle des Schwärmers wechſeln, wie ſeine Phantaſieen. In ſeiner Seele müſſen die Eindrücke einander ablöſen. Er vergißt leicht, weil immer neue Gefühle, neue Phantaſiebilder fortwährend einander folgen und fortwährend neue Eindrücke hinterlaſſen.
Er liebt und leidet, und leidet und liebt, ebenſo ſehr mit der Einbildung wie mit dem Herzen, und das Traumbild, welches zeitweilig ſeine Seele erfüllt, ſteht über demjenigen, welcher ihm Freude und Schmerz ſchafft, bis irgend ein neues daſſelbe in den Hinter⸗ grund drängt.
Nur wir, die Kinder der einfachen Proſa, ſind es, welche halsſtarrig an unſern Neigungen und Vorur⸗ theilen feſthängen; nur Euch, die Ihr in der Welt der Poeſie lebt, iſt es vorbehalten, zu lieben, zu ver⸗ geſſen und den Gegenſtand Eurer Liebe zu wechſeln.
— Warum ſagſt Du„Euch?“
— Weil ich Dich zu ihrer Zahl rechne.


