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Harald fand ſeinen Bruder ſo verändert, daß er beinahe einen lauten Ausruf gethan hätte. Erlands Wangen waren eingeſunken, ſeine Augen leuchteten mit einem fieberhaften Glanze und deuteten faſt eine fürchterliche Ueberſpannung an.
Als er Harald erblickte, warf er ſich um ſeinen Hals und rief:
— Jetzt, Harald, glaube ich mit freimüthigem Blick Dir ins Geſicht ſchauen zu können; denn ich habe gekämpft, ich habe gelitten, ich habe im Wein⸗ berge des Herrn gearbeitet, und ich habe mein gan⸗ zes Vermögen dazu verwendet, um armen und un⸗ glücklichen Mitmenſchen zu nützen. Ich kehre jetzt arm, aber mit Gott und meinem eigenen Gewiſſen ausgeſöhnt, zu Dir zurück.
Je länger Harald mit dem Bruder ſprach, deſto deutlicher ſah er ein, daß Erland ſich ganz und gar ſeiner ſchwärmeriſchen Einbildung hingegeben, daß aber dieſe jetzt eine milde und demüthige Geſtalt angenommen hatte.
Erlands natürliche Anlage für Poeſie hatte ſich auf ſeinen Miſſionsreiſen entwickelt und eine rein religiöſe Richtung genommen.
Dabei war er aber gegen die Welt, die ihn um⸗ gab, gänzlich gefühllos geworden und ſchien nur zu leben, um zu träumen, oder mit ſeinen Worten Be⸗ trübte zu tröſten, mit ſeinem Gelde Gutes zu thun und ſein eigenes Daſein zu vergeſſen.
Harald, der praktiſche Harald, wurde über den Seelenzuſtand ſeines Bruders im höchſten Grade beunruhigt.


