Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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Bänder eines Kopfkiſſenüberzugs zu kräuſeln, als Haralds Eintreten ſie veranlaßte, emporzublicken.

Bei ſeinem Anblick ergoß ſich eine dunkle Röthe über ihre Wangen, während ſie zu gleicher Zeit ſich nicht enthalten konnte, über ſeine verwunderte Miene zu lächeln.

Willkommen! ſagte Calla.

Entſchuldige meine Verwunderung! ſagte Harald lächelnd und ergriff ihre Hand.

Ich meinte einen längſt entſchwundenen Traum zu träumen, als ich Dich ſo beſchäftigt ſah. Du, eine berühmte Schriftſtellerin, läßt Dich dazu herab, Dich mit dergleichen Lumpereien abzugeben.

Immer derſelbe Harald, ſagte Calla, immer gleich vorurtheilsvoll und ſtreng.

Ja, ich bin immer derſelbe Starrkopf, der⸗ ſelbe proſaiſche Menſch, derſelbe Bewunderer der häus⸗ lichen Tugenden der Weiber, der ich als junger Menſch war, antwortete Harald mit Wärme und ergriff Calla's Hand.

Ich bin und bleibe immer derſelbe.

Ja, das iſt wahr, Du haſt Dich nie zum Spielball der Ereigniſſe und noch weniger Deiner Phantaſie gemacht. Schon als Knabe hatteſt Du Dir Dein Ziel geſteckt und biſt ſeitdem nur gerade darauf losgegangen, indem Du unaufhörlich wiederholteſt: zu nützen iſt die Löſung des Räthſels des Lebens.

Glückliche Natur, die nicht weiß, was es heißt, von Leidenſchaften oder Träumen beherrſcht zu werden.

Aber, fügte ſie hinzu, und zog ihre Hand aus der ſeinigen, ich vergeſſe ja Dich zu büten,