Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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ſehr unähnlich iſt, welches Du ihm zu ſchenken gedenkſt, das glaube ich Dich verſichern zu können. Daß er meinte, in Dir das von ſeiner Einbildung geſchaffene Ideal weiblicher Vollkommenheit gefunden zu haben, iſt ſicher; denn ſonſt würde ſich ſein Herz Dir nicht mit einer ſo unbezwinglichen Leidenſchaft zugewandt haben. Vielleicht daß ſeine Liebe jetzt, wo ſie unbehin⸗ dert hat Wurzeln ſchlagen können, ſtark genug iſt, um einzig in Deinem Beſitz ſein Glück zu finden; das iſt Etwas, worauf nur er ſelbſt antworten kann.

Haralds Stimme hatte etwas ſo Kaltes, daß Calla's Bruſt ſich zuſammenpreßte.

Hier handelt es ſich jetzt um Deine Ueber⸗ zeugung. Meinſt Du, daß Erland unter ſolchen Verhältniſſen mit mir glücklich werden kann?

Meine Ueberzeugung iſt in dieſer Beziehung unzuverläſſig, weil ich nach mir ſelbſt urtheilen würde.

Laß mich indeſſen hören, wie Du die Zukunft beurtheilen würdeſt, falls Du an Erlands Stelle wäreſt.

Calla, für mich würde es kein Glück an der Seite eines Weibes geben, welches ihrer Ehrſucht und ihrer Eitelkeit ihre ſchöne Beſtimmung hier auf der Erde opferte und die häuslichen Tugenden, welche die weſentlichſten Zierden ihres Geſchlechts ausmachen, geringſchätzte.

Aber ich bin ein proſaiſcher Menſch, und würde deshalb, wenn ich ein ſolches Weib liebte, es fragen, ob es nicht aus Liebe zu mir ſein Genie dazu an⸗ wenden wollte, ein Muſter der Tugend und ein hſt⸗ barer Schatz für das Familienleben zu werden, ſtatt