Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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Blumenbouquet, das in einem Glaſe ſtand.

10

Harald beugte ſich über den Tiſch und betrach⸗ tete eine Fliege, welche auf demſelben herumkroch.

Weil Du gezwungen werden würdeſt, die Urſache Deines ſonderbaren Betragens anzugeben.

Calla, ſagte Harald und richtete den Kopf empor, indem er mit einem ernſten und aufrichtigen Ausdruck die Augen auf ſie heftete: ich bin Dir wirklich ausgewichen, und der Grund dieſes meines Benehmens war, daß ich Erland, wenn er geſund würde, ſagen zu können wünſchte, ich wäre während ſeiner Krankheit nicht mit Dir zuſammengetroffen. Alle Verliebte und beſonders ſolche, die ſein Tem⸗ perameni haben, ſind mißtrauiſch und eiferſüchtig. Jetzt habe ich Dir ehrlich geantwortet.

Und das war die wirkliche, die einzige Ur⸗ ſache Deiner Handlungsweiſe?

Callas Stimme war ein wenig unſicher.

Ja!

Harald wandte den Kopf weg, um nicht die dunkele Flamme zu ſehen, welche auf Calla's Wangen brannte.

Hatteſt Du mir ſonſt Etwas zu ſagen?

Wie befindet ſich Erland? fragte Calla nach einer langen Pauſe, ohne auf Haralds Frage zu antworten.

Er iſt nächſtens wieder hergeſtellt. Die Hoff⸗ nung, die man hegt, ſchenkt Leben und Geſundheit; wenn man ſie verliert, fliehen beide.

Von welcher Hoffnung ſprichſt Du?

Calla beugte ihr glühendes Geſicht über ein