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Abukir, wo ſo viele Tuͤrken, die vom Schlachtfelde flohen, ihren Tod in den Wellen fanden. Den beiden
Kaiſern gelang es nur mit vieler Muͤhe, die Truͤmmer
ihrer geſchlagen Armee um ſich zu ſammeln, und
dann ihren verfoͤnlichen Ruͤckzug zu bewerkſtelligen.
Um dieſe ruckgaͤngige Bewegung auf einer zwiſchen
zwei Seen hinziehenden Dammſtraße zu ſichern, mach⸗
ten die ruſſiſche und die oͤſterreichiſche Reiterei mit
der groͤßten Selbſtaufopferung meßrere Angriffe auf den eindringenden Feind. Dadurch war es endlich den Kaiſern möglich, zu entkommen, ohne auf ihrer
Flucht ſonderlichen Verluſt zu erleiden. In der
Schlacht ſelbſt aber zaͤhlte man wenigſtens 20,000 Mann
Todte, Verwundete und Gefangene; 40 Fahnen und der groͤßte Theil des feindlichen Geſchützes waren die Trophaͤen Napoleon's, deſſen Schaaren ſomit ihr Wort
aleerdings gelost hatten. Inzwiſchen zar ihr Ge⸗
ſchenk theuer erkauft worden. Sie hatten wahrſchein⸗ lich 5000 Mann verloren, ungeachtet das Bulletin
nur 2500 angab.
Durch dieſe Niederlage ſchwand dem oöͤſterreichi⸗ ſchen Kaiſer die letzte Hoffnung eines erfolgreichen Widerſtandes gegen Navoleon, und er glaubte⸗ſich der Discretion des Siegers unterwerfen zu muͤſſen. Man hat ihn deßwegen des Kleinmuths beſchuldigen wollen. Man hat behauptet, die Aushebung von neuen Truppen in Ungarn und Boͤhmen ſey da⸗ mals durch die Vermittelt ng der Erzherzoge Karl und Feroinand ſchoi weit gedteyen— die deiden Kai⸗ ſer hätten noch eine betraͤchtliche Armee unter ihren eigenen Befehlen gehabt, und Preußen, ohnehin zum Kriege geneigt, wuͤrde die gaͤnzliche Ueberwaͤltigung von Oeſterreich gewiß nicht zugegeben haben. Man muß dagegen bedenken, daß die neu ausgehobenen Truppen, ſo müͤtzlich ſie in einem Parteigaͤngerkriege


