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auf das lebhafteſte angreifen, um die Verbindung mit dem linken Fluͤgel wieder herzuiſenen. Die fran⸗ zoͤſiſche Iufanterie ward durch dieſen Angriff erſchuͤt⸗ tert und eines ihrer Regimenter völlig aufgeloͤst.
Aber in einer ſolchen Kriſis entſchied Napoleon's Genie den Sieg. Beſſiéres erhielt Befehl, mit der kaiſerlichen Garde vorzuruͤcken, waͤhrend die Ruſſen durch das Gelinger ihres Angriffs in Unordnung ge⸗ bracht waren. Der Kampf war verzweifelt, und die Ruſſen entwickelten die groͤßte Tapferkeit, bis ſie end⸗ lich der Disciplin und der Standhaftigkeit von Na⸗ poleon's Veteraunen weichen mußten. Sie verloren ihr Geſchuͤtz und ihre Fahnen, und der Großfuͤrſt Conſtantin, des Kaiſers Bruder, der an ihrer Spitze tapfer gefochten, entkam nur durch die Schnelligkeit ſeines Pferdes.
Das Centrum der franzoͤſiſchen Armee ruͤckte vor, um den Sieg zu vollenden, und die Reiterei von Murat griff zu wiederholtenmalen mit ſolchem Erfolge an, daß die Kaiſer von Nußland und Oeſterreich von den Hoͤhen von Auſterlitz herab ihr Centrum und ih⸗ ren linken Fluͤgel voͤllig unterliegen ſahen. Auch der rechte Fluͤgel konnte ſich jetzt nicht laͤnger halten und
ward ſchlimmer zugerichtet, als man haͤtte vermuthen
ſollen. Er war waͤhrend der ganzen Schlacht von Lannes gedraͤngt worden; nachdem aber der linke Fluͤgel geworfen war, ward er von allen Seiten um⸗ ringt, und unfaͤhig, Widerſtand zu leiſten, in eine Vertiefung getrieben, wo er das Feuer von zwanzig Kanonen aushalten mußte. Viele verſuchten uͤber einen See zu entkommen, der zum Theil mit einer noch zu duͤnnen Eisdecke uͤberzogen war, die untet den Fliehenden brach oder von den franzoͤſiſchen Bat⸗ terien eingeſchoſſen wurde. Dieß erneuerte nach Na⸗ poleon's Verſicherung eine Scene der Schlacht von


