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48. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 14. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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Beide Armeen ſcheinen gleich ſtark geweſen zu ſeyn. Denn obgleich das Bulletin, um den Sieg zu erhoͤhen, die ſeindliche Armee auf 100,000 Mann be⸗ rechnet, ſo befanden ſich in der That nicht uͤber 5 ,000 Ruſſen und ungefaͤhr 25,000 Oeſterreicher auf dem Schlachtfelde. Die franzoͤſiſche Armee mochte etwg eben ſo ſtark ſeyn; allein ſie war von Napoleon befehligt, und die ruſſiſche von Kutuſow, der zwar ein ſehr tapferer und patriotiſch⸗geſinnter Veteran war, und den Krieg, ſo wie man ihn gegen die Tuͤrken führte, kannte, dem es aber uͤberhaupt an Talenten, und insbeſondere an jenem Scharfblicke fehlte, mit dem man die Abſichten ſeines Gegners durchſchaut, und deſſen Eigenſinn im Verhaͤltniß zu ſeiner Be⸗ ſchraͤnktheit und den Vorurtheilen ſeiner Erziehung ſtand. Inzwiſchen brachte Napoleon, der aus den An⸗ deutungen des vorigen Tages den Plan ſeines Geg⸗ ners erkannte, die Nacht mit Vorbereitungen zu. Er beſuchte die Vorpoſten in eigener Perfon, und ſchien ein Incognito beobachten zu wollen, das aber bald entdeckt wurde. Sobald der Kaiſer erkannt war, erinnerten ſich die Soldaten, daß der folgende Tag (der 2te December) der Jahrestag ſeiner Kroͤnung ſey. Bundel von Heu, auf Stangen geſteckt und an⸗ gezuͤndet, bildeten eine Illumination aus dem Steg⸗ reife, waͤhrend die Truppen unter lautem Zuruf be⸗ theuerten, daß ſie ihm am folgenden Tage einen der Feier wuͤrdigen Strauß darbringen würden. Ein alter