10³
aber Novoſiltzoff den Ort ſeiner Beſtimmung erreicht hatte, war die Vereinigung von Genua mit Frank⸗ reich ausgeſprochen worden, wodurch bei dem Einfluſſe, den Napoleon in der Schweiz ubte, die nordyeſtliche Grenze Italiens den franzoͤſiſchen Armeen geoffnet und dieſem ſchoͤnen Lande alle Hoffnung benommen wurde, ſelbſt unter einem andern als einem franzoͤſiſchen Heerſcher wieder in den Beſitz ſeiner Unabhaͤngigkeit zu gelangen. Auf die Nachricht von dieſer neuen uUſurpation, die gerade in die Zeit fiel, wo Napoleon's Umſichgreifen der Gegenſtand einer ernſtlichen Eroͤr⸗ terung werden ſollte, rief Rußland ſeinen Geſandten zuruͤck, und Oeſterreich begann nach dem Austauſche einiger ſcharfen Noten ſein gewagtes Unternehmen, indem es eine bedeutende Armee nach Baiern mar⸗ ſchiren ließ. Es waͤre wahrſcheinlich beſſer geweſen, wenn der Kaiſer Franz dieſe entſcheidende Maaßregel noch aufgeſchoben und die Unterhandlungen wo moͤg⸗ lich ſo lange fortgeſetzt haͤtte, daß die beiden ruſſiſchen Huͤlfsarmeen, von denen jede fuͤnfzigtauſend Mann ſtark war, zum Beiſtande ihrer Alliirten haͤtten ein⸗ treffen koͤnnen, oder bis der Koͤnis von Preußen, im Gefuͤhl der herannahenden Kriſe, der Coalition beige⸗ treten waͤre. In dem einen wie in dem andern Falle, und um ſo mehr, wenn beide Fälle Statt fanden, wuͤrde dieſer unheilbringende Feldzug eine ganz andere Wendung genommen haben.
Aber Oeſterreich beging nicht blos den Fehler, den


