69 noch gehoben werden, wenn er zum Lohn ſeiner Dienſte die Vernichtung der Unabhaͤngigkeit ſeines Vaterlandes verlangen und den Staat, den er durch ſeine Talente gerettet, zu ſeinem Erbgut machen wollte?
Carnot ſchloß ſeine maͤnnliche und patriotiſche Rede
„mit der Erklarung, daß, ungeachtet er ſich aas Ueber⸗ zeugung dem vorgeſchlagenen Wechſel der Regierung widerſetzen muͤſſe, er ihr nichts deſto weniger, falls die Nation damit einverſtanden ſey, unbedingt gehor⸗ chen werde. Er hielt auch Wort und zog ſich in das Privatleben zuruͤck, in einer Armuth, die einem Staatsmanne zur groͤßten Ehre gereichen mußte, der die hoͤchſten Aemter bekleidet hatte und dem es ein Leichtes geweſen waͤre, unermeßliche Schaͤtze zu ſam⸗ meln.
Nachdem er ſeine Rede geendet hatte, ſtritten ſich ſeine knechtiſch⸗geſinnten Kollegen unter einander um die Ehre, die von ihm vorgebrachten Gruͤnde zuerſt zu widerlegen. Es waͤre ein leidiges Geſchaͤft, alle ihre Sophismen anzufuͤhren. Sie beriefen ſich auf die Talente Napoleon's, auf die Dienſte, die er Frank⸗ reich geleiſtet, und auf die Nothwendigkeit, dieſelben durch einen angemeſſenen Akt der Nationaldankbarkeit anzuerkennen. Ihre Beredtſamkeit glich derjenigen einer verſchmitzten Kupplerinn, die ein einfaͤltiges Maͤd⸗ chen zu uͤberreden ſucht, daß die Dienſte, die ihr ein freigebiger Liebhaber erwieſen, nur durch die Auf⸗ opferung ihrer Ehre belohnt werden koͤnnten. Das


