8
41¹
S Herzogs von Enghien ſen ein Akt der Selbſtvertheidi⸗
gung, eine Maaßregel der Staatspolikik geweſen, und finde ihre Rechtfertigung in den Marimen, nach wel⸗ chen der Menſch befugt ſey, ſeinem Mitmenſchen das Leben zu nehmen, um ſein eigenes zu retten.—„Ich ſah mich,“ ſagte er„uͤberall von Feinden angegriffen, welche die Bourbons gegen mich losgelaſſen hatten, mit Windbuͤchſen, Hoͤllenmaſchinen und andern Waf⸗
fen jeglicher Art bedroht. Es gab auf Erden keinen
Gerichtshof, der mich in Schutz nehmen konnte; ich
hatte ſonach das Recht, mich ſelbſt zu ſchutzen und
einen von denen, deren Anhaͤnger meinem Leben nach⸗ ſtellten, umbringen zu⸗ luſſen, um den beſgen. einen heilſamen Schrecken einzujagen.“ 4 Wir zweifeln nicht, daß die in dem Werke von Las Caſes ausfuͤhrlich entwickelten Gruͤnde die eigent⸗ lichen Motive waren, welche Napoleon beſtimmt ha⸗ ben, wozu nach der Stachel einer unerbittlichen Rach⸗ ſucht gekommen ſeyn mag. Das Ganze aber iſt wei⸗ ter nichts als eine Berufung auf die ſogenannte Staatsralſon, dem letzten Grunde der Tyrannen, deſ⸗ ſen man ſich zu allen Zeiten bedient hat, um die aͤrgſten Verbrechen der Gewalthaber zu beſchoͤnigen. Der Fuͤrſt iſt allerdings zu beklagen, gegen welchen Parkeihaß den Dolch des Meuchelmordes zuͤckt; die Gefahr, in der er ſich befindet, gibt ihm aber kein
Aeht. ſolche Waffen ſelbſt gegen das Individuum zu r
auchen, von dem er bedroht iſt. Noch viel weni⸗


