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ten. Man ſchien erkannt zu haben, daß wenig zu hoffen ſey, wenn Moreau nicht zur Theilnahme an der Verſchwoͤrung gebracht werden koͤnne. Dieß ward indeſſen fuͤr moͤglich gehalten, und ungeachtet des per⸗ ſoͤnlichen ſowohl als politiſchen Zerwuͤrfniſſes zwiſchen
dieſem Feldherrn und Pichegru ſcheint letzterer es un⸗ ternommen zu haben, zwiſchen Moreau und den Roya⸗ liſten den Vermittler zu machen. Aus Caveune, wo er verbannt geweſen, entkommen, hatte Pichegru Zu⸗ flucht und Unterſtuͤtzung in London gefunden, und dort ſeine royaliſtiſchen Grundſaͤtze, nach denen er ſchon laͤngſt insgeheim gehandelt, offen bekannt.
Man ging mit dem Plane um, die Royaliſten im weſtlichen Frankreich aufzubieten und ihre Erhebung durch eine Landung des Herzogs von Berry auf der Kuͤſte der Picardie zu beguͤnſtigen. Der Herzog von Enghien, Enkel des Prinzen Condé, nahm ſeinen Auf⸗ enthalt unter dem Schutze des Markgrafen von Baden ein dem Schloſſe von Ettenheim, ohne Zweifel in der Abſicht, um ſich zur rechten Zeit an die Spiße der MRoyaliſten in den öſtlichen Provinzen, oder in Paris ſelbſt ſtellen zu koͤnnen. Dieſer Prinz aus dem Hauſe Bourbon, auf den einſt der Namen des großen Condé lbergehen ſollte, war in der Bluͤthe der Jugend— ſchoͤn, tapfer und hochherzig. Schon in der Armee der Emi⸗ granten, die ſein Großvater befehligte, hatte er ſich durch ſeinen Muth ausgezeichnet und durch ſeine Ta⸗ pſerkeit in dem Gefechte von Berſtheim den Sieg


