117
Hauptgrund aber, auf den man ſich berief, war der, daß die Bildung einer mit großen Vorrechten und einem anſehnlichen Gehalte ausgeſtatteten, von der uͤbrigen Nationalmacht durchaus geſchiedenen mili⸗ taͤriſchen Koͤrperſchaft eine unmittelbare Verlezung des heiligen Grundſazes der Gleichheit ſey. Einige tadelten die Zulaſſung von buͤrgerlichen Beamten in ein militaͤriſches Inſtitut. Andere meinten, der vorgeſchriebene Eid ſey wenigſtens uͤberfluͤſſig, wenn nicht laͤcherlich; ſie begriffen nicht, wie die Mit⸗ glieder der Ehrenlegion mehr als andere Staats⸗ buͤrger verpflichtet ſeyn koͤnnten, dem Staate zu dienen und uüber die Conſtitution zu wachen, oder was ſie in Beziehung auf den leztern Zweck denn eigentlich thun ſollten.— Noch andere Gruͤnde wur⸗ den angefuͤhrt; den bedeutendſten von allen aber be⸗ hielt man im Sinne, ohne denfelben auch nur an⸗ zudeuten— wir meinen den neuen Zuwachs von Macht, den der erſte Konſul dadurch erha lten mußte daß er uͤber die neuen Beehrungen nach Gefallen verfuͤgen und ſolchergeſtalt ein Korps von Satelliten bilden konnte, die ganz von ihm abhingen und aus deu tuͤchtigſten und tapferſten Subjekten des ganzen Reichs gewaͤhlt waren.
Die Ehrenlegion ging endlich im Tribunat mit 56 Stimmen gegen 38, und in der geſezgebenden Verſammlung mit 165 gegen 110 durch. Eine ſo ſtarke Oppoſition beweist den Muth der Widerſacher;


