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in Frankreich nicht fuͤr ihre Geſundheit zutraͤglich ſey, und ſie einlud, ſolches in groͤßtmoͤglichſter Eile zu verlaſſen. Waͤhend ihrer Verbannung von Paris, das ſie als ihre Vaterſtadt betrachtete, gab ihr der wuͤr⸗ dige Praͤfekt von Genua die Art an, wie ſie wieder zu Gunſten kommen koͤnnte. Ein Gedicht auf die Geburt des Koͤnigs von Rom ward ihr als das Verſoͤhnungsmittel anempfohlen. Madame Staël antwortete, ſie muͤßte ſich darauf beſchraͤnken, ihm eine gute Amme zu wuͤnſchen, und ſah ſich neuer Strenge ausgeſezt, die ſich auch auf die Freunde ausdehnte, welche es wagten, ſie in ihrer Ver⸗ bannung zu beſuchen. So allgemein war der franzoͤ⸗ ſiſche Einfluß auf ganz Europa, daß ſie ſich endlich, um den Verfolgungen, die ſie uͤberall trafen, zu entgehen, genoͤthigt ſah, auf dem langen Wege uͤber Rußland nach England zu entfliehen. Chenier, der Verfaſſer des 5 fruͤher der Lobredner des Generals Buonaparte, mit andern Perſonen die ſich nicht tief genug vor ſeiner neuen Wuͤrde beugten, der Gegenſtand der Verſol⸗ gung des erſten Konſuls. Die kindiſche Hartnaͤckig⸗ keit, womit Napoleon auf ſolch unvernuͤnftigem Grolle beharrte, gehoͤrt allerdings erſt in ſeine Kaiſerzeit, allein auch ſchon fruͤher zeigte puren davon. Die Macht, ſolch kleinlichen Leſdenſchaſten zu will⸗ fahren, naͤhrt und ermn bei Buona⸗
arſeiller Marſches, wurde, obgleich


