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unterwarfen, große Freiheiten zugeſtanden wurden. Sein Spionenſyſtem dehnte ſich auch auf die Er⸗ kundigungen aus, die er in dieſen Kloaken der Suͤnde und des Laſters aufſpuͤrte. In ſeiner Autobiogra⸗ phie ruͤhmt er ſich, daß der Privatſekretaͤr des erſten Konſuls in ſeinen Dleuſten ſtand, und daß die grenzenloſe Verſchwendung ZJoſephinens ſie willig machte, die Plane und Abſichten des erſten Konſuls abkaufen zu laſſen. So war Fouchsé nicht allein der Spion gegen das Volk zu Gunſten Buonapartes, ſondern auch ein Spion uͤber Buonaparte ſelbſt.
In der That war die Macht des Direkto rs dieſer Maſchinerie ſo groß, daß ſie bei Napoleon Ver⸗ dacht erregte, und dieſer ſie zu zerſplittern ſuchte, kadem er das Departement der Polizei in vier ver⸗ ſChiedene Behoͤrden trennte. Es ward 1) eine Mi⸗ litaͤrpolizei des Palaſtes errichtet, uͤber welche Duroe der Oberſthofmeiſter des kaiſerl. Hauſes praͤfidirte; 2) die Polizei unter dem Auff her der Gensdarmerie; 3) die Polizei uͤber die Stadt Paris, unter dem Praͤfekten; 4) die allgemeine Polizel, welche noch immer unter der Leitung Foucheé's verblieb. So bekam der erſte Konſul jeden Tag vier Polizeibe⸗ richte, und glaubte ſo ſicher zu ſeyn, durch einen von ihnen zu erfahren, was zu verheimlichen im Intereſſe der Andern liegen mochte. Die Agenten dieſer verſchtedenen Behoͤrden waren ſich haͤufig ein⸗ ander unbekannt, und es geſchah oft, daß ſie bei


