49 uͤberlegener Macht geſchlagen oder zuruͤckgetrieben worden ſeyn. Aus dieſem Grunde verlangte man all⸗ gemein die Uebergabe des Platzes, der ſich Maſſena nicht laͤnger zu widerſetzen vermochte.
Haͤtte der tapfere Maſſena dieſen Schritt nur einige Stunden verſchieben koͤnnen, ſo wuͤrde er deſ⸗ ſelben ganz uͤberhoben geweſen ſeyn. General Ott hatte ſo eben von Melas den Befehl erhalten, die Blokade von Genua unverzuͤglich aufzuheben und an den Po aufzubrechen, um den Fortſchritten Napoleon's, der mit einer uͤber Erwartung großen Macht im An⸗ zuge ſey, Einhalt zu thun. Der Ueberbringer die⸗ ſes Befehls, ein oͤſterreichiſcher Stabsofficker, war vom General Ott ſo eben wieder entlaſſen worden, als General Andrieux aus Genua kam, um anzuzei⸗
gen, daß Maſſena bereit ſey, die Feſtung unter der
Bedingung eines freien Abzugs mit Wehr und Waf⸗ fen zu uͤbergeben. Es war jetzt keine Zeit, uͤber die Bedingungen zu debattiren und die, zu denen ſich Ott und Maſſena verſtand, waren ſo uͤberaus vortheilhaft, daß dieſer vielleicht auf die veraͤnderten Verhaͤltniſſe der Belagerungsarmee haͤtte ſchließen ſollen. Die Raͤumung Genug's, ohne Niederlegung der Waffen, ward bewilligt und die diesfallſige Ue⸗ bereinkunft am öten Juni 1800 unterzeichnet. In dieſer hoͤchſt bewegten und intereſſanten Periode tra⸗
ten aber mit furchtbar reißender Geſchwindigkeit noch W. Seott's Werke. XI.I. 4


