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29 die er eben ſo kuͤhn und unerwartet, als im Jahre 1795, nur in einer andern Richtung uͤberſteigen mußte. Jene fruͤhere Periode hatte mit der gegenwaͤrtigen das gemein, daß die Oeſterreicher damals wie jetzt Genua bedrohten. Im Jahre 180o geſchah dieſes von der italieniſchen Grenze und von dem Col di Tenda her; im Jahre 1705 war der Feind dagegen im Beſitze der ſavoyiſchen Gebirge oberhalb Genua. Die Schweiz, damals ein neutrales Gebiet, und als ſolches keiner Armee zugaͤnglich, ſtand jetzt den fran⸗ zoͤſiſchen Truppen eben ſo offen, als waͤre ſie eine franzoͤſiſche Provinz geweſen; und dieſen Umſtand be⸗
ſchloß Napoleon jetzt zu benutzen. Er wußte, daß
die Oeſterreicher Genua nehmen und dann in die Provence eindringen wollten, und faßte den kuͤhnen Entſchluß, ſich an die Spitze der Reſervearmee zu ſtel⸗ len, die Alpenkette da, wo ſie am unzugaͤnglichſten iſt, zu uͤberſchreiten, nach Italien hinabzuziehen, der oͤſterreichiſchen Armee in den Ruͤcken zu gehen, die Verbindungslinie derſelben zu faſſen, ihre Magazine, Parks und Spitaͤler aufzuheben, ſolche zwiſchen ſich und Maſſena in die Mitte zu nehmen und dieſelben zu einer Schlacht zu zwingen, unter Umſtaͤnden, wo
eine Niederlage zuglelch den Untergang brachte. Zu⸗
folge dieſes Operationsplans entſtand nun die Auf⸗ gabe, eine ganze Armee uͤber die hoͤchſte Gebirgs⸗ kette in Europa auf Fußſteigen zu fuͤhren, die fuͤr den einzelnen Wanderen gefaͤhrlich ſind, und durch


