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tion und Todesſtrafen hatte geltend machen wollen, durften fortan nicht mehr angerufen werden. Dieſe, wie alle anderen Parteien ließ Napoleon daſſelbe unter derſelben Bedingung hoffen:„Solches alles will ich euch geben, ſo ihr vor mir niederknieen und mich anbeten wollet!“ Bald darauf ſah er ſich in Stand geſetzt, die Verſuchung auf das hoͤchſte zu ſtei⸗ gern, und denen, die er gewinnen wollte, die Laͤnder der Erde zu zeigen, mit dem Verſprechen, ſie der Herr⸗ ſchaft Frankreichs zu unterwerfen, wobei er jedoch unbedingten Gehorſam fuͤr ſeine Befehle, und eine faſt goͤttliche Verehrung ſeiner Perſon in Anſpruch nahm.
Da das Syſtem Napoleon's viele Schlauheit mit ſcheinbarer Großmuth und Freiſinnigkeit verband, ſo fand es großen Beifall in Frankreich, als es dem Scheine nach dem Volke zur Genehmigung vorgelegt wurde. Der Muth der Nation war durch die Wech⸗ ſel, die Leiden, die Kriege und die Verbrechen ſo vieler Jahre gebrochen; und in Frankreich, wie in al⸗ len durch innere Unruhen und Buͤrgerkrieg erſchoͤpf⸗ ten Laͤndern, ſtanden die Parteien zunaͤchſt dem Zeit⸗ punkte, wo die Kriſe des militaͤriſchen Deſpotismus eintritt. Die Reichen hielten es mit dem erſten Kon⸗ ſul, weil ſie Schutz, die Armeen, weil ſie Huͤlfe von ihm erwarteten; ein Theil der Emigranten, um nach Frankreich zuruͤckkehren zu duͤrſen, und die Revolu⸗ tionsmaͤnner, um nicht daraus verbannt zu werden;


