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naparte zu uͤberzeugen, daß er durch eine eigenmaͤch⸗ rige Ergreifung der hoͤchſten Staatswuͤrde, ohne ir⸗ gend eine vorhergegangene Wahl, einen Ehrgeiz an den Tag legen wuͤrde, der ihm nachtheilig beim Volke werden koͤnnte. Sie meinten, er ſollte ſich mit der Stelle eines Generaliſſimus, und mit dem Rechte, die auswaͤrtigen Angelegenheiten zu leiten, begnuͤgen, und ſchlugen ihm vor, ſich an die Grenze zu begeben, und ſeinen Siegeslauf fortzuſetzen. Buonaparte zerbiß ſich die Naͤgel, wie er allemal that, wenn er unwillig war, und ſagte trocken:„SIch will in Paris bleiben; ich bin erſter Konſul!“
Chenier wagte es ſogar, die Lehre der Abſorp⸗ tion zur Sprache zu bringen; Buonaparte fiel ihm aber ſogleich in die Rede, und ſagte:„Ich will nichts von einer ſolchen Mummerei; lieber Blut bis an die Kniee!“ Der Ausdruck mag uͤbertrieben ſeyn; allein gewiß iſt es, daß, ſo oft man ihm durch den Sinn fahren oder ſeine Macht beſchranken wollte, die hin⸗ geworfene Andeutung,„er wolle ſich nicht mehr in die Geſchaͤfte mengen“ hinreichend war, die Oypoſition zum Schweigen zu bringen. Dem Ausſchuß blieb keine andere Wahl, als ſich entweder in den Willen des unbeugſamen Chefs zu fuͤgen, oder alle Schreck⸗ niſſe eines blutigen Buͤrgerkrieges zu entſeſſeln. Und ſo waren auf einmal die Tugenden, die Verbrechen, ſo vieles vergoſſene Blut, die ganze Maſſe des menſch⸗ lichen Elends, die ſich aus der Revolution entwickelt
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