40 Paris ſo bedenklich, daß ein ehrgeiziger hochanſtreben⸗ der Mann wie Napoleon ſich verſucht ſehen mußte, eine Scene zu beſchleunigen, wo Ehre und Macht zu er⸗ heben war, und wo widerſtrebende Faktionen nur den Einfluß eines ſo ausgezeichneten und entſchiedenen Karakters zu erwarten ſchienen. Das Schickſal Ve⸗ nedigs ſteht mehr wegen ſeiner alten Geſchichte, als wegen des Werths ſeiner Inſtitutionen, die ſluchwuͤr⸗
dig waren, oder wegen der Wichtigkeit ſeiner letzten
Exiſtenz, immer noch vor unſern Augen. Die alte Republik ſiel,„wie ein Thor ſtirbt.“ Die Ariſtokra⸗ ten verfluchten den Eigennutz Oeſterreichs, von dem ſie verſchlungen worden waren, obgleich ſie zu ſeinen Gunſten ſich in Gefahr begeben hatten. Die Repu⸗ blikaner ſuchten der oͤſterreichiſchen Deſpotie zu ent⸗ gehen, indem ſie vor Wuth die Zaͤhne knirſchten, und ebenſo die egoiſtiſche Politik der Franzoſen ver⸗ wuͤnſchten, die, um fuͤr ihr eigenes Intereſſe einen geeigneten Vorwand zu finden, ſich herausnahmen,
ihnen eine freie Konſtitution vorzuzeichnen, und ſie
ſodann in die Sklaverei einer deſpotiſchen Regierung uͤberantworteten.
Der franzoͤſiſche Geſandtſchafts⸗Sekretaͤr, welcher waͤhrend der Revolution eine beſonders thaͤtige Rolle gefpielt hatte, wagte eine Gegenvorſtellung an Buo⸗ naparte, daß man Venedig an Oeſterreich verkaufte, ſtatt daß es in eine freie Demokratie umgebildet, oder mit der cisalpiniſchen Republik vereinigt wuͤrde, Buo⸗


