18 Zeit vergeht, ehe Sien dieſe ſchwachen Ausdruͤcke eines bekuͤmmerten Gemuͤths vernehmen, in welchem Sie herrſchen! Ach! meine angebetete Gattin, ich weiß nicht, welches Schickſal meiner wartet, wenn es mich aber laͤnger von Ihnen trennt, ſo iſt es unertraͤglich, — fo weit reicht nicht mein Muth. Es war eine Zeit, da war ich ſtolz auf ihn; und wenn ich oft die Uebel betrachtete, die man mir zufuͤgen kann, in dem Schick⸗ fal, das die Vorſehung uͤber mich verhaͤngt haben konnte, ſo heftete ich einen feſten Blick guf das un⸗
erhoͤrteſte Ungluͤck, ohne Verdruß, ohne Unruhe zu empfinden;— allein der Gedanke, daß meine Joſe⸗ phine unwohl, der Gedauke, daß ſie krank ſey, und
vor allen der ungluͤckſelige Gedanke, daß ſie mich we⸗
niger lieben koͤnnte, ſaugt meine Seele aus, hemmt mein
Blut, macht mich traurig, niedergeſchlagen, und
laͤßt mir nicht einmal den Muth des Wahnſinns und
der Verzweiſlung.
„Fruͤher pflegte ich oft bei mir zu ſagen, die Men⸗ ſchen koͤnnten ihm nichts anhaben, der ohne Bedauern
ſtirbt; nun aber iſt Sterben, ohne von Dir geliebt
zu ſeyn, Sterben, ohne dieſe Gewißheit, Hoͤllenqual,
es iſt das leb iige und ſchneidende Bild einer gaͤnz⸗ lichen Zernichtung. Mir iſt, als erſtickte ich. Meine unvergleichliche Gefaͤhrtin, Du, welche das Schickſal
beſtimmt hat, mit mir die mühſame Pilgerſchaft durch
das Leben zu machen; der Tag, an welchem ich auf⸗
hoͤren werde, Dein Herz zu beſitzen, wird der Tag


