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tel, ſich ihnen hinzugeben. Buonaparte fuͤhlte noch als Braͤutigam, obgleich er ſchon laͤnger als zwei Jahre verheirathet war. Ein Theil ſeines Briefwechſels mit ſeiner Gemahlin wurde erhalten*) und gibt uns ein ſelt⸗ ſames Gemaͤlde eines in der Liebe wie im Kriege gleich feurigen Temperaments. Es wurden Autographie der Briefe gegeben, und es ſcheint kein Grund vorhanden an ihrer Authenticitaͤt zu zweifeln. Folgender Brief mag als Probeſtuͤck dienen, und vielleicht die Meinung eines großen Rechtsgelehrten beſtaͤtigen, daß Liebes⸗ briefe der unausſprechlichſte Unſinn von der Welt fuͤr alle ſcheinen, nur nicht fuͤr die Perſon, die ſie ſchreibt und diejenige, die ſie empfaͤngt.—
„Durch welche Kunſt gelang es Ihnen, alle meine Eigenſchaften gefangen zu nehmen, und meine ganze moraliſche Exiſten;z in Ihnen zu vereinigen? Es iſt ein Zauber, meine Liebe, der nur mit meinem Leben enden wird. Zu leben fuͤr Joſephine iſt die Geſchichte meines Lebens. All' mein Sehnen geht nur dahin, Ihnen nahe zu ſeyn. Ich Thor merke nicht, daß ich dadurch die Entfernung zwiſchen uns vergroͤßere. Welche Laͤnder, welche Reiche trennen uns! wie biele
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*) Er wurde in einem Werke herausgegeben, das den Titel führt:„a Tour through the Netherlands, Holland, Germany, Switzerland, Savoy, and France, in the
ears 1821— 2, by Charles Tennant, Esq. Long- mann et Co. London, 2 Vol. 8vo.
W. Scott's Werke. XXXIX. 2


