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„dieſen Vorſchlag das Leben auch nur eines einzi⸗ „gen Meuſchen zu retten, die mir dafuͤr gebuͤh⸗ „rende Buͤrgerkrone dem traurigen Kriegsruhme „vorziehen, der die Frucht des Sieges iſt!“
Der ganze Ton dieſes Briefes iſt hoͤchſt ſinn⸗ reich darauf berechnet, dem Vorſchlage den Karakter von Maͤſſigung zu geben, und zugleich den Aus⸗ druck der Zudringlichkeit zu vermeiden. Nach Ablauf von zwei Tagen erfolgte die Antwort des Erzher⸗ zogs, worin der Vorſchlag Napoleons ſeiner Ver⸗ goldung beraubt und wie ein gewoͤhulicher Friedens⸗ antrag einer Parthei, die dadurch ihr Intereſſe be⸗ foͤrdern will, behandelt wird. Dieſe Antwort lau⸗ tet, wie folgt:„Auch ich, mein Herr! wuͤnſche „wenn ich auf das Gebot der Pflicht und der Ehre „den Krieg fuͤhre, den Frieden nicht weniger als „Sie, zum Gluͤck des Volks und der Menſchheit. „Da ich mich aber in meiner Stellung nicht fuͤr „befugt halte, die Streitfrage zwiſchen den krieg⸗ „fuͤhrenden Maͤchten zu eroͤrtern und zu beſtimmen, „auch von dem Kaiſer durchaus nicht zu Unterhand⸗ „lungen bevollmaͤchtigt bin, ſo werden Sie mich nentſchuldigen, wenn ich nicht mit Ihnen auf Un⸗ „terhandlungen uͤber elnen Gegenſtand eingehe, n„der zwar hoͤchſt wichtig iſt, aber außer meinem Be⸗ „reich liegt.— Mag ſich aber ereignen, was da „will, in Hinſicht der Wechſelfaͤlle des Krleges, „oder der Ausſicht auf Frieden, ſo bitte ich Sie


