3 3 103 Waͤhrend der Erzherzog die Verſtaͤrkungen, die den Kern ſeiner Armee bilden ſollten, erwartete, hatte ſein thaͤtiger Gegner mehr als 20,000 Mann von den franzoͤſiſchen Rheinarmeen an ſich gezogen und ſich dadurch fuͤr den Augenblick uͤber ſeinen Geg⸗ ner den Vortheil der Mehrzahl verſchafft. Statt da⸗ her, wie in fruͤhern Faͤllen, die Eroͤffnung des Feld⸗ zugs von Seiten der Oeſterreicher abzuwarten, be⸗ ſchloß Napoleon, dem Erzherzog noch vor dem Ein⸗ treffen ſeiner Verſtaͤrkungen entgegen zu gehen, ihn aus ſeiner Stellung an der ktalieniſchen Grenze zu vertreiben und ihm nach Deutſchland und ſelbſt bis nach Wien zu folgen. Auch das kuͤhnſte war fuͤr ihn nicht zu kuͤhn, auch das Schwerſte nicht unausfuͤhr⸗
bar, und ſeine Soldaten, die ſich in die Tiefen ei⸗
nes unermeßlichen Reiches wagen und ſich durch Ge⸗ birgsketten von allen ihren Huͤlfsquellen abgeſchnitten ſehen ſollten, vertrauten ſo ſehr den Talenten ihres Fuͤhrers, daß ſie, ſchon des Sieges gewiß, ihm zu folgen kein Bedenken trugen. Buonaparte hatte von dem Direktorium die Zuſage erhalten, daß die Rhein⸗ armeen, wie im vorigen Feldzuge, ihrerſeits auch vorruͤcken und zu ſeinen Gunſten eine Diverſion ma⸗ chen wuͤrden.
Buonaparte ruͤckte zu Anfang des Maͤrz nach Baſſano vor. Die Oeſterreicher hatten ein Obſerva⸗ tionskorps unter Luſignan an der Piave, ihre Haupt⸗ nacht aber ſtand an dem Taglinmento, einem mit


