Teil eines Werkes 
38. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 9. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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101 rung wohlerwogener Plane zu ergreifen weiß; er war uͤberdieß, ungeachtet ſeines hohen Ranges, in einer gewißen Abhaͤngigkeit von dem Hofkriegsrathe, der zu Wien, dem Schauplatze des Krieges, entruͤckt, doch durch die alten argwoͤhniſchen Geſetze des oͤſter⸗ relchiſchen Kaiſerſtaats befugt war, eine Aufſicht uͤber den Feldherrn zu uͤben und im voraus den Armeen ihre Bewegungen vorzuſchreiben, waͤhrend die mit der Ausfuͤhrung beauftragten Generale ſich in den meiſten Faͤllen lediglich an thre Inſtruktlonen halten mußten, wie ſehr auch die Umſtaͤnde ſich aͤndern und ein anderes Verfahren gebieten mochten.

Obgleich aber das Aufeinandertreffen dieſer zwei jungen und ausgezeichneten Generale hoͤchſt intereſ⸗ ſant iſt, ſo geſtattet uns doch der Raum nicht, den Feldzug in Oeſterreich eben ſo ausfuͤhrlich abzuhan⸗ deln, wie diejenigen in Italien. Mit dem letztge⸗ nannten eroͤffnete Buonaparte ſeine militaͤriſche Lauf⸗ bahn; in keiner der folgenden Perioden ſeines Le⸗ bens hat er unter ſo unguͤnſtigen Umſtaͤnden und mit fo geringen Mitteln ſo Unerhoͤrtes geleiſtet. Wir konnten auch nicht umhin, in der Einleitung ſeiner militaͤriſchen Geſchichte den Karakter ſeiner Kriegs⸗ manier genau anzugeben und jenes Syſtem der Maſ⸗ fenbildung ins Licht zu ſetzen, wodurch er, die End⸗ punkte einer weit ausgedehnten Operationslinie ver⸗ nachlaͤßigend, wie ein kuͤhner und gewandter Fechter ſeine ganze Kraft zu Einem Stoße zuſammennahm,