156
Beauharnois, die zwar zwei bis drei Jahre aͤlter als er*), aber noch in der vollen Bluͤthe iyrer Schoͤnheit und Liebenswuͤrdigkeit war, bewogen wor⸗ den ſey, ihr ſeine Hand, ſein Herz und ſein Gluͤck an⸗ zuhieten, von dem er begreiflicherweiſe nicht ahn⸗ dete, zu welcher Hohe es ſteigen wuͤrde. Obſchon Buonaparte ein Fataliſt geweſen ſeyn ſoll, der an das Schickſal und an den Einfluß ſeines Sternes glaubte, ſo wußte er doch wahrſcheinlich nichts von der Prophezeihung einer afrikaniſchen Wahrſagerin, die, als Marie Joſephe noch ein Kind war, vorher⸗ fagte, ſie werde noch vornehmer werden, als eine Koͤnigin, aber noch vor ihrem Tode von dieſer Hoͤhe herabfallen**).. Ddies war eine jener leeren Weiſſagungen von
Narren oder Betruͤgern, die das Schickſal in ſeiner
**) Buonaparte war damals 26 Jahre alt. Joſephine gab ſich in dem Ehekontrakte ein Alter von 28 Jahren.
**½) Eine Dame von hohem Range, die zufällig in einem und demſelben Kloſter mit Joſephine erzogen wurde, hörte aus ihrem eigenen Munde die Prophezeihung, und ſagte ſie dem Verfaſſer zur Zeit der italieniſchen Expedition, als Buona⸗ parte gerade Aufſehen zu machen anfing. Man fügt gewöhn⸗ lich der Prophezeihung noch die Klauſel bei, daß die fragliche Perſon in einem Hoſpitale ſterben werde, unter welchem ſpä⸗ terhin Malmaiſon verſtanden wurde. Dies har der Verfaſſer nicht aus derſelben Quelle. Die genannte Dame ſprach mit der höchſten Begeiſterung von den einfachen Sitten und der großen Herzensgüte der Madame Beauharnois.


